Fernstudium abbrechen? So finden Sie es heraus

Es steht ausser Frage, dass ein Studium eine Belastungsprobe der besonderen Art darstellt.
Da die Zielgruppe bei einem Fernstudium meist älter ist und dieses parallel zum Berufs- und Familienalltag verläuft, ist die Abbrecherquote bei dieser Studienart drastisch erhöht gegenüber einem Präsenzstudium. Im Durchschnitt macht sich jeder zweite Student ernsthafte Gedanken darüber, sein Studium abzubrechen.

Eine geraume Zeit nach Studienbeginn, meist nach Erhalt der ersten umfangreichen Lernpakete, wird die Begeisterung schnell gedämpft.
Jeder Student durchlebt während seiner Studentenlaufbahn Phasen der Frustration und spielt mit dem Gedanken das Studium vorzeitig zu beenden.

Neben normalen Motivationstiefs kann es unter Umständen aber durchaus ratsam sein, auf sein Gefühl zu hören und dem Studium den Rücken zu kehren.

Erfahren Sie hier, wie Sie herausfinden ob es sich lohnt weiter durchzuhalten, oder ob Sie Ihrem Lebensweg besser eine neue Wendung verleihen sollten.

 

Analysieren Sie Ihre Situation

Selbstzweifel und psychische Belastung engen Sie ein und nehmen Ihnen den klaren Kopf, welcher im Studium unbedingt vonnöten ist.

Nehmen Sie sich in einem ruhigen Moment Zeit und notieren alles, was Sie gedanklich blockiert. So erhalten Sie einen strukturierten Überblick über das was Sie belastet. Versuchen Sie im Anschluss, der Ursache auf den Grund zu gehen und daraus mögliche Lösungen abzuleiten.

Das Gespräch mit einer Person Ihres Vertrauens kann ebenfalls Erleichterung verschaffen. Bevorzugen Sie stattdessen den Rat eines Außenstehenden, so haben Sie die Möglichkeit, einen Studienberater zu kontaktieren.

Stehen in Kürze wichtige Prüfungen an und Sie haben das Gefühl, dem Leistungsdruck nicht gerecht zu werden? Dann nehmen Sie sich einen Moment Zeit und blicken auf das zurück, was Sie bisher bereits geleistet haben. Oftmals werden solche Situationen rückblickend als weniger belastend empfunden.

In der Vergangenheit geleistete Umstände können oftmals dabei helfen, Kraft für aktuelle Begebenheiten zu schöpfen.

 

Lösungen verschaffen Erleichterung

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, Ihrem Studium endgültig den Rücken zu kehren, so sollten Sie sich ganz sicher sein, um diesen Schritt später nicht zu bereuen.

Bei der Entscheidung, ob ein Abbruch tatsächlich die richtige Entscheidung ist, spielen verschiedene Faktoren eine Rolle:

 

Dauer des Leistungsdrucks

Fühlen Sie sich mit der Gesamtsituation überfordert, so versuchen Sie herauszufinden wie lange dieser Umstand schon anhält. Häufig führen eine Vielzahl an Prüfungen innerhalb kürzester Zeit dazu, dass ein Gefühl der Beklommenheit aufkommt.

Eine Lösung hierfür könnte sein, einzelne Prüfungen zu verschieben oder das Studium für eine gewisse Zeit zu pausieren.

 

Der richtige Studiengang

Des Weiteren sollten Sie sich gezielt mit Ihrem Studiengang auseinandersetzen.
Deckt sich das Konzept des Studiengangs mit Ihren Vorstellungen? Wenn Sie nicht vollkommen hinter Ihrer gewählten Fachrichtung stehen, kann es schwer fallen Motivationstiefs zu überwinden. In diesem Fall muss das Studium aber nicht gleich abgebrochen werden, meist ist der Wechsel des Studiengangs oder der Hochschule vollkommen ausreichend.

 

Die Grundzüge des Studiums

Anders sieht es dagegen aus, wenn Sie sich mit der Arbeitsweise im Studium unwohl fühlen. Die Lerninhalte werden in der Regel sehr wissenschaftlich erarbeitet, womit sich nicht jeder gleichermaßen identifizieren kann. In diesem Fall ist es nur wenig sinnvoll die Fachrichtung zu wechseln, da sich die Struktur der einzelnen Studiengänge nahezu gleicht.

 

Eine Frage der Studiendauer

Normalerweise verpflichten Sie sich gegenüber Ihrer Hochschule bei Vertragsabschluss auf eine Mindeststudiendauer von sechs Monaten. Nach Ablauf dieses Zeitraums ist eine Kündigung jederzeit unter Berücksichtigung der jeweiligen Kündigungsfrist möglich.

Wenn Sie sich ernsthafte Gedanken darüber machen das Studium abzubrechen, sollten Sie immer vorab reflektieren wo genau Sie im Studium stehen. Befinden sich die ersehnten Abschlussprüfungen in greifbarer Nähe, ist von einem Abbruch grundsätzlich abzuraten. Sie haben bis zu diesem Zeitpunkt einige Hürden erfolgreich gemeistert, da sollte es möglich sein, auch die letzten Prüfungen zu bestehen.

Steht Ihnen hingegen noch mehr als die Hälfte des Studiums bevor, kann es durchaus Sinn machen, die Vor- und Nachteile eines Abbruchs im Detail abzuwägen.

Machen Sie sich Gedanken darüber, weshalb Sie diesen Studiengang gewählt haben. Verfolgen Sie ein bestimmtes Ziel, wird der Gedanke daran Ihre Motivation ankurbeln.

Grundsätzlich sollten Sie mit der Beendigung Ihres Studiums so lange warten, bis Sie einen Plan B in der Tasche haben. So ist gewährleistet, dass Ihr Lebenslauf künftig keine Lücken aufweist.

 

Den Studienabbruch positiv vermarkten

Sicher haben Sie ein ungutes Gefühl dabei, wenn das abgebrochene Studium im Vorstellungsgespräch zur Sprache kommt. Dabei ist es wichtig, dass Sie ehrlich über Ihre Beweggründe sprechen, die Sie zu diesem Schritt bewogen haben.

Die Zeit im Studium ist Teil Ihres Lebens und hat Sie eine Erfahrung reicher gemacht. Dazu sollten Sie stehen.
Wenn Sie über mittelmäßige Notenbescheinigungen verfügen, können Sie diese als Leistungsnachweise zukünftigen Arbeitgeber vorlegen. Haben Sie bereits einige Praxiserfahrung gesammelt, so weisen Sie auch darauf hin. Auch wenn Ihr Studium nicht abgeschlossen ist, haben Sie anderen Bewerbern dennoch einiges an Erfahrung voraus.

 

Entscheidungskriterien für einen Studienabbruch auf den Punkt gebracht:

  • Dauer der Belastungssituation
  • Entspricht der Studiengang den eigenen Vorstellungen?
  • Bereitet Ihnen die wissenschaftliche Vorgehensweise eines Studiums Freude?
  • Wie viel der Studienzeit haben Sie bereits erfolgreich gemeistert?
  • Das abgebrochene Studium als Stärke nutzen